Das Messen
Physikalische Grundlagen zur Dichtewert-Bestimmung
Der Dichtewert wird grundsätzlich mit folgenden Werkzeugen ermittelt:
• mit einem Densitometer mit "echten", d. h. physikalisch vorhandenen Farbfiltern für Rot, Grün und Blau, sowie mit einem sogenannten visuellen Filter.
• mit einem Spektralfotometer. Hierbei wird die Charakteristik der Farbfilter numerisch beschrieben. Der Dichtewert wird aus den gemessenen Spektren unter Verwendung der numerischen Filterkurven errechnet.
Der Dichtewert ist ein Maß für die Absorption von Licht (bestimmter Wellenlängenbereiche) einer Farbe. Aus dem Dichtewert wird die tatsächliche Flächendeckung errechnet.
Dichtewert-Bestimmung mit einem Densitometer
Die Dichtewerte werden hier mit "echten", d. h. physikalisch vorhandenen Farbfiltern für Rot, Grün und Blau, bzw. einem visuellen Filter, gemessen.
Unbunte Farben wie Schwarz misst man mit dem visuellen Filter. Bunte Farben wie CMY misst man mit dem Farbfilter derjenigen Farbe, die am meisten absorbiert wird.
Siehe Beispiel im nachfolgenden Bild:
Eine gelbe Fläche absorbiert zumeist blaues Licht, Rot und Grün werden überwiegend reflektiert. Je mehr Blau absorbiert wird, d. h. je weniger Blau reflektiert wird, umso größer ist der Dichtewert für Gelb. Die Blau-Reflektion wird mit einem Blaufilter gemessen, der nur für Blau durchlässig ist.
So gilt für die Farben Cyan, Magenta, Gelb:
• Cyan: Blau + Grün reflektiert / Rot absorbiert
=> Messung mit Rotfilter
=> Messung mit Rotfilter
• Magenta: Blau + Rot reflektiert / Grün absorbiert => Messung mit Grünfilter
• Gelb: Rot + Grün reflektiert / Blau absorbiert
=> Messung mit Blaufilter
=> Messung mit Blaufilter
Vereinfachte Darstellung: Reflektion/Absorption bei der Farbe Gelb

Für alle bunten Farben, also CMY und auch bunte Sonderfarben gilt: man misst mit dem Farbfilter, der die maximalen Dichtewerte ermittelt.
Das nachfolgende Bild zeigt das Spektrum eines Gelbtons. Die Blau-Filterkurve liegt in dem Bereich, in dem das Gelb die größte Absorption (geringste Intensität) aufweist. Mit diesem Filter wird somit Gelb gemessen.
Schematische Darstellung der RGB-Filterkurven (keine realen Filterkurven!)

Beschaffenheit des Farbfilters => Dichtestatus / Polarisationsfilter
Die Form der RGB-Farbfilter-Kurven (s. o.) kann unterschiedlich sein. D. h. der Frequenzbereich, in dem z. B. der Blaufilter für blaues Licht durchlässig ist sowie die Intensitätswerte variieren.
Der sogenannte Dichtestatus definiert die Form der Farbfilter-Kurve. Der Dichtestatus besagt, wie man aus dem gemessenen Licht den Dichtewert ableitet. Grundlage dabei ist die ISO-Norm 5-3.
Ein ermittelter Dichtewert ist nur dann aussagekräftig, wenn man den zugehörigen Dichtestatus kennt, und außerdem, ob mit einem Polarisationsfilter gemessen wurde.
Die Informationen Dichtestatus und Polarisationsfilter müssen also beim Dichtewert korrekterweise mittransportiert werden.
"Nullen"
Für alle Farben gilt:
Von der gemessenen Volltondichte wird die Papierweißdichte subtrahiert. Das Weiß des Papiers soll nicht die Dichtewertbestimmung der Farben beeinflussen.
Dichtewert-Bestimmung mit einem Spektralfotometer
Im Fall eines Spektralfotometers werden die Farbfilter numerisch beschrieben. So kann aus dem Spektrum einer Farbe rein rechnerisch der Dichtewert ermittelt werden.
Bestimmung der spektralen Dichte mit einem Spektralfotometer
Bei der Bestimmung der spektralen Dichte mit Hilfe eines Spektralfotometers wird die Wellenlänge ermittelt, bei der eine Farbe die maximale Absorption relativ zum Papierweiß aufweist. Für diese Wellenlänge wird die Intensität des reflektierten Lichtes gemessen, in das Verhältnis zur Intensität des Papierweiß gesetzt und logarithmisiert. Das Ergebnis ist der Dichtewert.
Schematische Darstellung: Spektrale Dichte einer gelben Farbe
