Multicolor

Was ist Multicolor?

Der Begriff Multicolor fasst alle Technologien und Verfahrenswege zusammen, mit denen Druckergebnisse von besserer Qualität als der des konventionellen Vierfarbendrucks erzeugt werden können. Zu diesen Technologien und Verfahrenswegen gehören:

das Drucken mit fünf, sechs oder sieben Prozessfarben

die Verwendung von Sonder- und Schmuckfarben

die Verwendung des Unbuntaufbaus

der Einsatz spezieller Rasterungsmethoden

die Verwendung hochwertiger Bedruckstoffe

die Oberflächenbehandlung der gedruckten Erzeugnisse

Multicolor erschließt den Repro-Anwendern ein Marktsegment, das durch hohe Qualität, Farb­treue und Farbumfang gekennzeichnet ist. Der Siebenfarbendruck erweitert den Farbraum durch spezielle Druckfarbensätze mit reineren und bunteren Farben: neben Cyan, Magenta und Gelb auch Rot, Grün und Blau.

Dadurch wird eine bessere Übereinstimmung mit den realen Farben erreicht. Reproduktionen mit höherer Farbintensität sind daher möglich. Dies ist interessant bei der Wiedergabe von Gemälden, beim Druck von Kalendern und Postern oder hochwertigen Prospekten.

Spezielle Separationstechniken wie der Unbuntaufbau führen zu stabileren Neutraltönen, da diese nur mit schwarzer Druckfarbe aufgebaut werden. Neben einer besseren Tiefenzeich­nung sind bei dieser Technik auch die Farbdrift und die Nass-in-Nass-Probleme geringer.

Die frequenzmodulierte Rasterung unterdrückt Moirés ebenso wie die Rosettenbildung und führt so zu einer fotorealistischen Druckqualität. Dieses Verfahren ist besonders für das Dru­cken mit mehr als vier Prozessfarben geeignet.

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Mit Multicolor werden Druckprozesse bezeichnet, bei denen der Druckfarbraum durch zusätz­liche bunte Prozessfarben erweitert wird. Dabei erfolgt die Separation von Bilddaten und Gra­fiken außer mit den normalen Skalenfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz auch mit zusätzlichen bunten Prozessfarben (HiFi Color, Hexachrome, Fünf-, Sechs- oder Siebenfar­bendruck).

Dagegen werden alle Prozesse, bei denen beliebig viele allein stehende Sonderfarben ver­wendet werden, nicht als Multicolor bezeichnet. Hier erfolgt mit den Zusatzfarben keine Sepa­ration von Bilddaten und/oder Grafiken.

Auch wenn im konventionellen Vierfarbendruck eine der Prozessfarben durch eine Sonder­farbe ersetzt wird (z. B. Magenta durch Rot), handelt es sich nicht um einen Multicolor-Pro­zess.

Multicolor-Profile sind speziell für die Verwendung von klassischen Rasterverfahren geeignet. Jede Farbe wird durch maximal vier optimale Farben aufgebaut. Die Moiré-Gefahr wird dadurch minimiert. Die Verwendung von amplitudenmodulierter Rasterung ist möglich. Die Rasterwinkel für die Zusatzfarben werden so gewählt, dass der Winkel der Gegenfarbe ver­wendet wird, z. B.:

Orange mit dem Rasterwinkel der Gegenfarbe Cyan

Grün mit dem Rasterwinkel der Gegenfarbe Magenta

Bei Blau mit dem Rasterwinkel der Gegenfarbe Gelb muss allerdings mit Moiré-Bildung gerech­net werden, deshalb sollte besser der Winkel von Magenta oder Schwarz gewählt werden.

Definition der Prozessfarben für Multicolor

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Kombinationen

Die Eckpunkte Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) in der a*b*-Ebene führen zu drei Sektoren. Für Multicolor wird pro Sektor maximal zu diesen Prozessfarben eine Zusatzfarbe hinzugefügt. Zusammen mit Schwarz ergeben sich daraus folgende Kombinationen:

Fünffarbendruck:

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Rot (oder Orange)

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Grün

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Blau (oder Violett)

Sechsfarbendruck:

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Rot (oder Orange) und Grün

·Hexachrome: Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Orange und Grün

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Rot (oder Orange) und Blau

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Grün und Blau (oder Violett)

Siebenfarbendruck:

·Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Rot (oder Orange), Grün und Blau (oder Violett)