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Option "Inspektionsdaten-Erzeugung"
Voraussetzung: Damit diese Option in einer SheetfedPrinting-Sequenz-Vorlage sichtbar wird, muss ein HEIDELBERG Inline-Bogeninspektionssystem – z. B. Prinect Inspection Control 4 – an der Druckmaschine vorhanden sein und die entsprechende Lizenz muss freigeschaltet sein. Außerdem müssen alle eventuell zusätzlich erforderlichen Software-Komponenten an der Druckmaschine und auf dem Prinect Server vorhanden sein. In einer Prinect Production-Systemkonfiguration mit Prinect Prepress als Vorstufensystem muss für das Erzeugen der Inline-Referenzbilder in der jeweils vorgeschalteten ImpositionOutput-Sequenz die Option "Inspektionsdaten-Erzeugung" aktiviert sein. Siehe Option "Inspektionsdaten-Erzeugung". Für die unterschiedlichen Inspektionsverfahren werden gegebenenfalls zusätzlich die Prinect-Applikationen "Inspection Toolbox" und "PDF Toolbox" benötigt.
Folgende Bogen-Inspektionsverfahren können verwendet werden:
•Fortdruckinspektion:
Die Fortdruckinspektion erfolgt an der mit einem Inspektionssystem ausgestatteten Druckmaschine während des laufenden Druckvorgangs. Hierbei werden die bedruckten Bogen fortlaufend mit der Kamera des Inspektionssystems (Prinect Image Control oder Prinect Inspection Control) gescannt und diese Bilddateien werden mit einem "digitalen Referenzbogen" verglichen. Mit der Fortdruckinspektion können eventuell während des Druckens auftretende Druckfehler – z. B. abweichende Farbdichten – erkannt und automatisch korrigiert werden.
•PDF-Inspektion:
Die PDF-Inspektion wird mit der Prinect Inspection Toolbox ausgeführt. Für die PDF-Inspektion wird als "digitales Referenzbild" ein in der Vorstufe erzeugtes Ganzbogen-Bild im PDF- oder TIFF-Format verwendet. Für jeden Inspektionsvorgang wird jeweils ein im laufenden Druck erzeugter Druckbogen mit der Kamera des Inspektionssystems gescannt und diese Bilddatei wird an die Prinect Inspection Toolbox übertragen und dort mit dem Referenzbild verglichen. Die PDF-Inspektion prüft bzw. stellt sicher, dass der Inhalt des Druckauftrags mit dem Inhalt des Kundenauftrags übereinstimmt.
•Bogeninspektion:
Die Bogeninspektion wird mit der Prinect Inspection Toolbox ausgeführt. Hierzu wird ein zu Beginn des Druckvorgangs bedruckter Bogen mit der Kamera des Inspektionssystems gescannt und diese Bilddatei wird als "digitales Referenzbild" verwendet. Für jeden Inspektionsvorgang wird jeweils ein im laufenden Druck erzeugter Druckbogen mit dem Inspektionssystem gescannt und in der Prinect Inspection Toolbox mit dem Referenzbild verglichen. Mit der Bogeninspektion können permanente Beschädigungen des Druckbilds, die z. B. durch defekte Druckplatten oder Gummitücher entstanden sind, erkannt werden.
Die Option "Inspektionsdaten-Erzeugung" wird für die Fortdruckinspektion benötigt. Die Fortdruckinspektion ermöglicht eine fortlaufende Qualitätskontrolle der Farbreproduktion an der Druckmaschine. Hierzu werden die Druckbogen beim Durchlaufen der Druckmaschine mit der Kamera des Inspektionssystems gescannt. Anschließend werden die Farbdichten der gedruckten Farben der unterschiedlichen Bereiche der Druckbogen ausgemessen und die Messwerte werden mit den entsprechenden Werten eines "digitalen Referenzbogens" verglichen. Das Inspektionssystem verwendet für diesen Vergleich jeweils zwei Dateien: ein "Referenzbild" (digitaler Referenzbogen) und eine "Inspektionsstufendatei". Die Inspektionsstufendatei definiert die Prüfgenauigkeit für verschiedene Bereiche ("Inspektionsstufen") des Druckbogens bzw. für den ganzen Druckbogen. Der "digitale Referenzbogen" wird am Bogeninspektionssystem nach dem Einschalten des Gutbogenzählers automatisch aus den zuerst mit der Kamera gescannten Ganzbogen-Bildern durch Mittelung erzeugt. Das Referenzbild und die Inspektionsstufendatei müssen am Inspektionssystem im PNG-Bildformat verfügbar sein.
Das Referenzbild repräsentiert sozusagen die "ideale Referenz", also den gewünschten Soll-Zustand, dem die gedruckten Bogen möglichst nahe kommen sollen, was durch Ausmessen der mit der Kamera des Inspektionssystems aufgenommenen Bogen-Scans verifiziert wird. Eventuell festgestellte Abweichungen werden zur automatischen Nachjustierung der Farbzonensteuerung der Druckmaschine verwendet. Zusätzlich werden ermittelte Abweichungen als "Reports" an das Prinect Kundenportal übertragen und dort in der "Insights-App" in der Ansicht "Inspektion" protokolliert.
Die Inspektionsstufendatei definiert die Prüfgenauigkeit, mit welcher der Vergleich zwischen dem gemessenen Druckbogen und dem Referenzbild durchgeführt wird. Hierbei können für einen Druckbogen insgesamt eine oder für unterschiedliche Bereiche des Druckbogens mehrere Genauigkeitsstufen für die Prüfung definiert werden, sogenannte "Inspektionsstufen". Der Prinect-Workflow unterstützt bis zu 5 Inspektionsstufen, wobei die Stufe 1 die höchste und die Stufe 5 die geringste Prüfgenauigkeit repräsentiert.
Erzeugen der Referenzbilder und der Inspektionsstufendateien für die Fortdruckinspektion
Die Referenzbilder und die Inspektionsstufendateien werden im Druckerei-Workflow an unterschiedlichen Stellen erzeugt. Hierbei muss zwischen einer Prinect Production-Konfiguration mit dem Prinect Prepress Manager als Vorstufensystem und einer "gemischten" Konfiguration mit einer Drittanbieter-Vorstufe und dem Prinect Pressroom Manager unterschieden werden.
Erzeugen der Referenzbilder
Für die Fortdruckinspektion werden Referenzbilder im PNG-Bildformat benötigt. Die Referenzbilder werden aus mit dem Inspektionssystem nach dem Einschalten des Gutbogenzählers aufgenommenen Bildern erzeugt.
Erzeugen der Inspektionsstufendateien
Inspektionsstufendateien legen die Genauigkeit der Prüfung fest, die das Inspektionssystem mit den gedruckten Bogen durchführt. Die Prüfgenauigkeit wird jeweils in einer von 5 "Inspektionsstufen" definiert. In der Inspektionsstufendatei werden die Inspektionsstufen durch unterschiedliche Grautöne dargestellt. Für jede Inspektionsstufe wird eine eigene, zusätzliche Farbseparation erzeugt und der PDF-Bogendatei hinzugefügt. Inspektionsstufendateien definieren entweder die Prüfgenauigkeit für einen kompletten Bogen, indem jedem Bogen nur eine einzige Inspektionsstufe zugewiesen wird, oder sie enthalten unterschiedliche Inspektionsstufen für einzelne Bereiche des Bogen-Inhalts die definieren, wie genau das Inspektionssystem die jeweiligen Bereiche überprüfen soll. Inspektionsstufendateien werden an folgenden Stellen erzeugt:
•Innerhalb einer Prinect Production-Konfiguration werden die Inspektionsstufendateien in der ImposePDF-Sequenz vorbereitet, indem die erforderlichen zusätzlichen Inspektionsstufen-Farbseparationen den bearbeiteten PDF-Dateien hinzugefügt werden. Hierzu müssen Sie eine neue ImposePDF-Sequenz (siehe Sequenz-Vorlage "ImposePDF") anlegen und folgende Einstellungen vornehmen:
aAktivieren Sie im Bereich "Farbverwendung" alle Optionen.
bÖffnen Sie den Optionsbereich "Marken-Ersetzung" und aktivieren Sie die Option "Alle Marken entfernen". Dies bewirkt, dass alle Marken-Ebenen für die erzeugten Inspektionsbereiche ausgeblendet werden.
cWählen Sie in der Auswahlliste "Farbausgabe" den Eintrag "Nur die Inspektionsstufen-Farben" aus. Diese Auswahl bewirkt, dass für die Inspektionsstufendateien nur die Farben mit den Namen "InspL_1", "InspL_2"... u.s.w. verwendet werden.
dWenn die Inspektionsstufen automatisch mit der ImposePDF-Sequenz erzeugt werden sollen, wählen Sie der Auswahlliste "Inspektionsstufe automatisch erstellen" die Inspektionsstufen aus, die für die Inspektionsstufen-Erzeugung verwendet werden sollen.
Wenn Sie die Inspektionsbereiche individuell mit dem Coating Editor der Prinect PDF Toolbox erstellen wollen, wählen Sie den Eintrag "Keines" aus.
•In einer Prinect Pressroom Manager-Konfiguration mit einem Drittanbieter-Vorstufensystem wird vom Vorstufensystem zu jedem Druckbogen jeweils eine Inspektionsstufendatei im PDF-Format erzeugt und in den Pressroom Manager importiert. Siehe auch Import von Inspektionsdaten aus einem externen Vorstufensystem. Diese PDF-Dateien werden von der SheetfedPrinting-Sequenz ins PNG-Bildformat konvertiert, wenn die Option "Inspektionsdaten-Erzeugung" in der SheetfedPrinting-Sequenz aktiviert ist.
•Zusätzlich können in den PDF-Bogendateien bestimmte Bereiche mit unterschiedlichen Inspektionsstufen manuell definiert werden. Dies kann hilfreich sein, wenn der Druckbogen "kritische" Bereiche enthält, die besonders gründlich geprüft werden sollen, während andere Bereiche des Bogens weniger gründlich geprüft werden müssen. Diese Unterscheidung hilft, Fehlprüfungen zu vermeiden. Zum Erzeugen individueller Inspektionsstufen-Bereiche kann der Coating Editor der Prinect PDF Toolbox verwendet werden. Grundsätzlich wird für jede definierte Inspektionsstufe eine eigene Farbseparation erzeugt, die den PDF-Dokumenten hinzugefügt wird. In diesen Farbseparationen sind die definierten Inspektionsstufen-Bereiche als graue Flächen dargestellt. Jeder Inspektionsstufe ist eine bestimmte Grauton-Dichte (in %) zugeordnet. Siehe auch Manuelle Definition der Inspektionsbereiche mit dem Coating Editor der PDF Toolbox.
Übertragen der Inspektionsstufendateien an das Inspektionssystem
Die Inspektionsstufendateien werden über die Netzwerk-Verbindung des Prinect Servers mit dem Press Center an das Inspektionssystem übertragen. Werden die Referenzbilder nicht mit dem Inspektionssystem erzeugt, werden auch die Referenzbilder auf diesem Wege an das Inspektionssystem übertragen.
Konfiguration der Farb-Optionen
Für den Vergleich der vom Inspektionssystem gemessenen Farben mit den Farben des Referenzbildes ist ein korrekt eingestelltes Farbmanagement erforderlich. Siehe auch Option "Farbkonvertierung". Hierzu werden folgende Elemente benötigt:
•Das Standard-Farbprofil für den Druckprozess
Für den Druckprozess wird ein CMYK-Druckprofil benötigt, z. B. ein an regionsspezifische Druckprozesse (SWOP, EURO etc.) angepasstes Druckprofil. Klicken Sie auf "Durchsuchen", um ein Druckprofil auszuwählen. Siehe Feld "Standard Druckprofil".
•Gegebenenfalls ein PDF/X Output-Intent, wenn in der Dokument-PDF-Datei des Druckauftrags ein PDF/X Output-Intent eingebettet ist.
Es kann vorkommen, dass in den PDF-Dokumenten des Druckauftrags ein "PDF/X Output-Intent" definiert ist. Dann können Sie die Option "Eingebetteten PDF/X Output-Intent, wenn verfügbar, als Druckprofil verwenden" aktivieren. Dann wird anstelle des eingestellten Standard-Druckprofils der PDF/X Output-Intent als Druck-Farbprofil verwendet. Siehe Option "Eingebetteten PDF/X Output-Intent, wenn verfügbar, als Druckprofil verwenden".
•Das Farbprofil für die Kamera des Inspektionssystems
Für die Kamera des Inspektionssystems wird ein RGB-Farbprofil benötigt, das die Farb-Charakterisierung der Kamera repräsentiert. Klicken Sie auf "Durchsuchen", um ein passendes Kameraprofil auszuwählen. Siehe Feld "Kameraprofil".
Nach dem Klicken auf "Durchsuchen" wird ein "Durchsuchen"-Dialog geöffnet. Wechseln Sie in diesem Dialog in den Ordner "[Prinect Server]\PTConfig\SysConfig\Resources\ICC-Profiles\Printer". Hier befinden sich in weiteren Unterordnern die Druck-Profile für unterschiedliche Offset-Standards. Wechseln Sie in den passenden Unterordner und wählen Sie das Standard-Profil für den Offsetdruck aus. Siehe auch Bereich "Druckprofil".
Option "Eingebetteten PDF/X Output-Intent, wenn verfügbar, als Druckprofil verwenden"
Diese Option wirkt sich – wenn aktiviert – auf das Standard-Druckprofil aus.
•Ist diese Option aktiviert, verhält sich das System folgendermaßen:
•Falls eine PDF/X-Datei bearbeitet wird, in der als Output Intent ein ICC-Profil eingebettet ist, wird das eingebettete Druckprofil für die Farbraum-Umsetzung benutzt. Das unter "Druckprofil" eingestellte Druckprofil wird ignoriert.
•Wenn kein Output Intent vorhanden ist, wird das unter "Standard-Druckprofil" eingestellte ICC-Profil verwendet.
•Ist diese Option nicht aktiviert, wird das unter "Standard-Druckprofil" eingestellte Druckprofil für die Farbraum-Konvertierung benutzt.
Ein eventuell eingebetteter PDF/X Output Intent wird nicht für die Farbraum-Konvertierung während der Druckausgabe verwendet.
Diese Option sollte immer dann aktiviert werden, wenn für das Farbmanagement der Druckausgabe ebenfalls ein eingebetteter PDF/X Output-Intent verwendet wird. Dies wird empfohlen, da ein PDF/X Output-Intent normalerweise präziser die beabsichtigten Farbeinstellungen für die Ausgabe repräsentiert als ein Standard-Druckprofil.
Voraussetzung: Das zum Inspektionssystem passende Kameraprofil muss auf dem Prinect Server verfügbar sein, und zwar in folgendem Pfad: [Prinect Server]\PTConfig\SysConfig\Resources\ICC-Profiles\Camera.
Nach dem Klicken auf "Durchsuchen" wird ein "Durchsuchen"-Dialog geöffnet. Wechseln Sie in diesem Dialog in den Ordner "[Prinect Server]\PTConfig\SysConfig\Resources\ICC-Profiles\Camera" und wählen Sie das Kamera-Profil für das Inspektionssystem aus.
Hinweis: Wird ein Vorstufensystem eines Drittanbieters mit Prinect Pressroom betrieben, wirkt sich die Auswahl eines Kameraprofils an dieser Stelle nicht auf die Farbmessung aus, d. h. in diesem Fall braucht kein Kamera-Farbprofil ausgewählt zu werden.
Import von Inspektionsdaten aus einem externen Vorstufensystem
Ist Prinect Production Press mit dem Vorstufensystem eines Drittanbieters verbunden, wird das Erzeugen der Inspektionsdateien und das Weiterleiten der Vorschaubilder und der Daten für die Farbzonensteuerung an die Druckmaschine in der SheetfedPrinting-Sequenz parametriert. In diesem Fall muss das Referenzbild und gegebenenfalls auch die Inspektionsstufendatei aus den vom Vorstufensystem gelieferten Bogen-PDF-Dateien erzeugt werden. Dies geschieht auf folgende Weise:
•Vom externen Vorstufensystem werden die Bogen-PDF-Dateien in einem Hotfolder des Prinect Server-Computers abgelegt und von dort zur weiteren Verwendung in Prinect Production Press "abgeholt". Diese Dateien werden für das Erzeugen der Referenzbilder und gegebenenfalls zum Erstellen der Inspektionsstufendateien mit dem Coating Editor der Prinect PDF Toolbox verwendet.
•Die Referenzbilder werden von einem speziellen Prinect-Modul, dem "Prinect Preview Service", im Hintergrund aus den Bogen-PDF-Dateien erzeugt. Diese Funktion wird mit dem Einschalten der Option "Inspektionsdaten-Erzeugung" in der SheetfedPrinting-Sequenz aktiviert, wenn ein externes Vorstufen-System angebunden ist. Die Referenzbilder werden als Composite-Bilder im PNG-Format erzeugt.
•Die Inspektionsstufendateien werden – genau wie in einer Konfiguration mit angebundenem Prinect Prepress Manager – mit dem Coating Editor der Prinect PDF Toolbox auf Basis der vom Vorstufensystem gelieferten Bogen-PDF-Dateien erzeugt. Siehe Manuelle Definition der Inspektionsbereiche mit dem Coating Editor der PDF Toolbox.
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