Bereich "Abänderung von Kurven"

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Warnung: Bevor Sie die Kurven eines Datensatzes ändern, sollten Sie unbedingt eine Kopie des Datensatzes anlegen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, Ihre Originale durch die Änderung unwiderruflich zu verlieren.

1.Auswahlliste unter "Abänderung von Kurven": Wählen Sie die gewünschte Änderungs- bzw. Kor­rekturfunktion:

"Änderung der Messwerte"

"Korrektur einer Prozessabweichung"

"Änderung der Kalibrierkurve"

"Korrektur der Graubalance".

Beschreibung dazu siehe unten.

2.Die Auswahl wird aktiv, wenn Sie links nebenstehendes Optionsfeld anklicken. Dann erscheint in der Tabelle zusätzlich die Spalte "Änderung%", die Sie editieren können. Die Bedeutung der Änderungswerte hängt von der gewählten Änderungsfunktion ab.

Es werden drei Kurven dargestellt:

In der jeweiligen Farbe: Abgeänderte Messkurve bzw. Kalibrierkurve

Grün: Kurve der Änderungswerte

Orange: Originalkurve

3.Klicken Sie auf "Ändern", um die Änderung zu übernehmen.
Wenn Sie die Änderung nicht übernehmen möchten, entfernen Sie das Häkchen im Optionsfeld.

Auswahlliste => "Änderung der Messwerte"

Diese Änderungsfunktion ermöglicht u. a. die Übertragung einer Kalibrierung einer Druckstrecke auf eine zweite, sofern die Unterschiede im Tonwertzuwachsverhalten beider Strecken bekannt sind.

Beispiel: Sie haben zwei Druckstrecken mit zwei unterschiedlichen Druckmaschinen. Ferner sei angenommen, dass Ihnen bekannt ist, dass die Ausgabe über die zweite Strecke stets 5% mehr Ton­wertzuwachs zeigt als die Ausgabe über die erste Strecke.

In diesem Fall genügt es, die Tonwertzuwächse der ersten Strecke zu messen und daraus eine Mess­kurve zu erstellen. Die Messkurve für die Kalibrierung der zweiten Strecke kann dann durch Ändern der Messkurve der ersten Strecke gewonnen werden. In diesem Beispiel würde eine Änderungskurve verwendet, die im Mittelton die Messwerte um 5% anhebt.

Auswahlliste => "Korrektur einer Prozessabweichung"

Diese Funktion ermöglicht das Korrigieren einer Prozesskalibrierung, die das durch den Prozesskur­vensatz vorgegebene Kalibrierziel, d. h. die vorgegebenen Punktzuwächse, nicht erreicht.

Beispiel: Der Prozesskurvensatz einer Prozesskalibrierung legt (für Cyan) für den Nominalwert 50% einen Punktzuwachs von 15% fest. Im Druck werden jedoch für Cyan 18% Punktzuwachs erreicht, d. h. auf der kalibrierten Form wird für den Nominalwert 50% eine Flächendeckung von 68% gemes­sen. Somit beträgt die Abweichung des Prozesses +3%.
Die Messwerte der für die Kalibrierung verwendeten Prozesskalibrierung können nun derart abgeän­dert werden, dass die Abweichung von +3% korrigiert wird. Als Korrekturwert wird dazu beim Nomi­nalwert 50% ein Wert von -3% verwendet, d. h. der Punktzuwachs soll bei 50% um 3% verringert werden. Man beachte, dass ein negativer Korrekturwert zu größeren Messwerten und damit zu nied­rigeren Werten der Kalibrierkurve führt.
Ist das Optionsfeld "Korrekturwerte" eingeschaltet, so muss in die Spalte "Änderung%" der Korrek­turwert -3 eingetragen werden.
Ist das Optionsfeld "Messwerte" eingeschaltet, muss in dieser Spalte der Messwert 68 eingetragen werden.
Im zweiten Fall braucht also der Korrekturwert nicht wie oben beschrieben errechnet zu werden.

"Importiere Minispot": Import von Messwerten eines sogenannten Minispots aus einer IT8-Datei. Auf der Basis dieser Messwerte sowie der Prozesswerte werden die benötigten Ände­rungswerte für die Korrektur automatisch errechnet. Siehe auch Minispot-Import .

Auswahlliste => "Änderung der Kalibrierkurve"

Diese Funktion ermöglicht das direkte Anheben bzw. Absenken der Kalibrierkurve. Die Auswirkung einer Kalibrierkurvenänderung ist häufig nur schwer einzuschätzen. Diese Änderungsfunktion wird deshalb nur sehr erfahrenen Anwendern empfohlen.

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Hinweis: Es ist zu beachten, dass aus technischen Gründen hierbei nicht beliebig große Änderungen durchgeführt werden können. Die geänderte Kalibrierkurve sollte deshalb unbe­dingt mit der Originalkurve verglichen werden. Es ist dazu günstig, sich die Kalibrierkurve und deren Werte anzeigen zu lassen.

Auswahlliste => "Korrektur der Graubalance"

Diese Korrekturfunktion ist nur für Kalibrierdatensätze mit den Farben CMYK und getrennter Kalibrie­rung verfügbar. (Getrennte Kalibrierung heißt, dass jede Farbe eine eigene Kalibrierkurve hat, siehe auch Mittelwertbildung bei den Messkurven in Übersicht .)

Korrekte Punktzuwächse liefern nicht unbedingt einen optimalen Grauton im Zusammendruck von CMY (siehe auch Grafik => Spreizung und ihre grafische Darstellung ).

Die hier angebotene Graubalance-Korrektur ermöglicht eine Optimierung des Grautons auf der Grundlage von Grauton-Minispots.

Ziel ist:

Alle CMY-Kurven liegen bezüglich der Punktzuwächse weiterhin im Toleranzbereich (Siehe Grafik => Toleranz und ihre grafische Darstellung ).

Die Punktzuwächse der Farben CMY werden in ihrem Verhältnis zueinander so ausbalanciert, dass daraus ein optimaler Grauton resultiert.

Für die Graubalance-Korrektur werden auf dem Druckbogen Graubalance-Minispots platziert. Diese Grauton-Minispots werden mit dem Profile Tool in der Prinect Color Toolbox ausgewertet. Das Resul­tat ist eine IT8-Datei mit Graubalance-Korrekturwerten.

Die Funktion "Korrektur der Graubalance" ermöglicht den Import dieser IT8-Datei. Im Calibration Manager erfolgt dann die Korrektur der Graubalance. Dabei werden die vorhandenen Kalibrierkurven durch Kurven ersetzt, die zu einer korrekten Graubalance führen.