Register "Regeln"

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Trap

Die unter dem Begriff "Trap" zusammengefassten Parameter ermöglichen die generelle Steuerung der Trapping-Bedingungen. Folgende drei Bedingungen müssen erfüllt sein um einen Trap zu erzeugen:

1.Absolute Differenz

Die Differenz zweier Farben muss in mindestens zwei Auszügen größer als 5 Rasterprozent sein.

2.Relative Differenz

Die Differenz zweier Auszugsfarben relativ zur helleren muss größer sein als der vom Benutzer eingegebene Schwellwert.

3.Gesamte gemeinsame Dichte

Die Summe der Neutraldichten aller Auszüge muss kleiner sein als die gemeinsame Dichte­grenze.

 

Schwellwert (%)

Bestimmt den Anteil, um den die Auszüge von benachbarten Farben mindestens voneinander abwei­chen müssen, damit ein Trap erzeugt wird.

Es wird ein Trap in den Auszügen erzeugt, in denen der Unterschied benachbarter Farben größer als der Eingabewert ist.

Wirkungsweise:

Kleinere Werte bewirken die Erzeugung von Traps schon bei kleineren Farbunterschieden. Ent­sprechend erhöht sich die Anzahl der Traps.

Größere Werte bewirken die Erzeugung von Traps erst bei größeren Farbunterschieden. Entspre­chend verringert sich die Anzahl der Traps.

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Hinweis: Ist der Unterschied benachbarter Farben geringer als 5 Rasterprozent, so wird nicht mehr getrappt.

 

Beispiel:

Der Wertebereich für den "Schwellwert" beträgt 1-100%. Die Voreinstellung ist 25%.

Die Farben C60M10% und C50M70% berühren sich.

Eingabewert 25% bedeutet: auf den helleren der Auszüge werden 25% seiner Dichte aufaddiert:

C50% + 25% = C62,5%
M10% + 25% = M12,5%

Ist der dunklere Auszug danach immer noch dunkler, dann wird getrappt.

C60% ist nicht mehr dunkler als C62,5%. Dieser Auszug wird nicht getrappt.

M70% ist immer noch dunkler als M12,5%. Dieser Auszug wird getrappt.

Gemeinsame Dichtegrenze

Die "Gemeinsame Dichtegrenze" vermeidet die Erzeugung von Traps an Stellen, wo Blitzer aufgrund der Farbzusammensetzung nicht sichtbar wären. Dabei werden ggf. auch Sonderfarben berücksich­tigt.

Wirkungsweise: 

Ein kleinerer Wert verhindert die Erzeugung von Traps schon bei kleineren gemeinsamen Neut­raldichten. Es entstehen weniger Traps.

Größere Werte verhindern die Erzeugung von Traps erst bei größeren gemeinsamen Neutraldich­ten. Es entstehen mehr Traps.

Der Wertebereich für "Gemeinsame Dichtegrenze" liegt zwischen 0 und 10. Die Voreinstellung ist 0,5.

 

Beispiel:

"Gemeinsame Dichtegrenze" = 0,5 d. h. es soll kein Trap erzeugt werden, falls die gemeinsame neu­trale Dichte größer als 0,5 ist
Farbe 1 -> 60% Cyan und 20% Magenta
Farbe 2 -> 40% Cyan und 70% Magenta

Der Neutraldichte-Wert (ND) von Cyan ist 0,61, der von Magenta 0,76.

Formel zur Berechnung der Neutraldichte (ND):

ND = -1.7 * log (1 - color * (1 - 10 (-0.6 * D) ) )

Ergebnis: ND= 0,294 gemeinsame neutrale Dichte

Die gemeinsame Neutraldichte der beiden Farben ist kleiner als die angegebene "Gemeinsame Dichtegrenze" d. h. es wird ein Trap erzeugt.

 

Zentrische Trapgrenze (%)

Der Wert "Zentrische Trapgrenze" gibt an, unter welchen Bedingungen ein zentrischer Trap erzeugt werden soll.

Zwischen Farben ähnlicher neutraler Dichte (ND) ist die voreingestellte Trap-Richtung "hellere Farbe wird unter die dunklere Farbe gezogen” nicht zwingend.

Die Voreinstellung ist 100% und bedeutet, dass keine zentrischen Traps erzeugt werden.

Seltene Ausnahme: Bei identischer neutraler Dichte der Objekte werden zentrische Traps erzeugt.

Wirkungsweise: 

Max. Wert 100%: Keiner der erzeugten Traps erhält die Variante "zentrisch”.

Seltene Ausnahme: Bei identischer neutraler Dichte der Objekte werden zentrische Traps erzeugt.

Großer Wert: Wenige der erzeugten Traps erhalten die Variante "zentrisch”.

Kleiner Wert: Viele der erzeugten Traps erhalten die Variante "zentrisch”.

Min.-Wert 0%: Fast alle erzeugten Traps erhalten die Variante "zentrisch”.

Theoretische Grundlage:
Wenn die Neutral-Dichte der helleren Farbe größer ist als die Neutral-Dichte der dunkleren Farbe multipliziert mit dem Wert "Zentrische Trapgrenze" wird ein zentrischer Trap erzeugt.

Der Wertebereich für "Zentrische Trapgrenze" liegt zwischen 0% und 100%.

 

 

Beispiel:

Farbe mit ND 0,9 und Farbe mit ND 1,0 berühren sich. Eingabewert = 80%.

Sind 80% ND der dunkleren Farbe heller als die ND der helleren Farbe, so erhält der erzeugte Trap die Variante "zentrisch”.

 

 

Trapfarben-Skalierung (%)

Die "Trapfarben-Skalierung" reduziert ggf. die Sichtbarkeit von Traps (sinnvoll z. B. bei Pastelltönen).

Die Voreinstellung ist 100% und bewirkt, dass keine "Trapfarben-Skalierung" vorgenommen wird.

Wirkungsweise:

Kleinere Werte der "Trapfarben-Skalierung" führen zu helleren Trapfarben und reduzieren damit ggf. die Sichtbarkeit der Traps.

Theoretische Grundlage:
Die "Trapfarben-Skalierung" verringert die Sichtbarkeit der Traps durch Reduzieren der einzelnen Auszugsfarben entsprechend ihres Anteils an der Trapfarbe. Die "Trapfarben-Skalierung" wirkt nur auf die Farbanteile der Trapfarbe, die von der helleren der benachbarten Farben stammen.

Der Wertebereich der "Trapfarben-Skalierung" liegt zwischen 0% und 100%.

 

Beispiel für Trapfarben-Reduktion:

Trapfarben-Skalierung = 75%

Die dunklere Farbe hat im Gelb-Auszug 60%.
Die hellere Farbe hat im Gelb-Auszug 88%.

Ohne Farbreduktion würde der Trap im Gelb-Auszug 88% erhalten. Bei der Trapfarben-Skalierung wird nun die Differenz (88 - 60 = 28) auf 75% reduziert (0.75 * 28 = 21) und diese 21% zum kleineren Auszugswert hinzuaddiert (60 + 21=81).

Ergebnis:
Durch die Trapfarben-Skalierung auf 75% wurde die Trapfarbe im Gelb-Auszug von ursprünglich 88% auf 81% reduziert.

 

Weiß gegen Bunt überfüllen

Oben liegende Objekte, die in allen Auszügen 0% haben, werden gegen darunter liegende bunte Objekte, die in mehr als einer Separation Farbe haben, überfüllt. Der gemäß Neutraldichte dunkelste Auszug des darunter liegenden Objekts bleibt stehen. Damit wird z. B. weißer Text auf rotem Hinter­grund überfüllt, nicht aber roter Text auf weißem Hintergrund unterfüllt.

 

Keepaway Modus

Dies ist eine Trapping-Funktion, die speziell in einigen Verpackungsaufträgen erforderlich ist.

Anstatt bei der Trap-Erzeugung die dunkleren Auszüge in das dunklere Objekt zu ziehen, werden bei eingeschaltetem die helleren Auszüge in das hellere Objekt gezogen. Dies erzeugt üblicherweise um jedes Objekt einen weißen Rahmen.

Diese weiße Rahmung ist nützlich wenn eine Berührung der Druckfarben vermieden werden soll,
z. B. beim Bedrucken metallischer Oberflächen. Siehe dazu: Beispiel für weiße Rahmenlinie (White Framing).

 

Bilder

Trappen:

Objekte
Falls ausgewählt, werden Bilder gegen andere Objekte getrappt. Dabei findet keine Vervielfälti­gung von Bildpixeln statt, sondern die Traps werden durch "Überdrucken" einzelner Auszüge erzeugt.

Bilder
Falls ausgewählt, werden Bilder gegen andere Bilder getrappt. Das Trapping innerhalb von Bil­dern wird nicht unterstützt.

 

Richtung

Dieser Parameter steuert die Platzierung der Traps beim Trappen gegen Bilder:

Folgende Einstellungen stehen zur Auswahl:

 

"Ins Bild"

Traps werden im Bild platziert.

 

"Mitte"

Traps werden zentriert auf der Kante zwischen Bild und benachbar­tem Objekt platziert.

 

"Ins Objekt"

Traps werden im benachbarten Objekt platziert.

 

"Automa­tisch"

Die Trap-Richtung wird automatisch ermittelt anhand der Farbe des benachbarten Objektes und der durchschnittlichen Farbe des ent­sprechenden Bildbereiches.

Komplexe Bitmaps trappen wenn möglich

Das Trapping für komplexe Bitmaps (sehr viele kleine Strukturen) kann manchmal unerwünscht sein. Hier lässt es sich ggf. ausschalten.

 

Bitmaps in Grafiken wandeln, wenn möglich

Bisher wurden Bitmaps, wenn möglich, immer in Grafik gewandelt. Sie können die Funktion für das Trappen ausschalten.

 

Erzeugung

PostScript Level 2 wenn möglich:

aktiviert:
Die Traps werden erzeugt, ohne den DeviceN-Farbraum zu benutzen. DeviceN-Farbräume wer­den nicht korrekt auf PostScript-Level-2-RIPs ausgegeben.

deaktiviert:
Bei der Trap-Erzeugung wird, falls erforderlich, der DeviceN-Farbraum benutzt.

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