Sonderfall: Kalibrierdatensätze für Tintenstrahldruck
Die Kalibrierdatensätze für Tintenstrahldruckgeräte weichen von den Kalibrierdatensätzen für den Offset-Druck ab, siehe auch Abschnitt "Kalibrierung für den Tintenstrahldruck".
Erstellung eines Kalibrierdatensatzes für Tintenstrahldruck
1. Klicken Sie auf "Prozesskalibrierung".
2. Selektieren Sie die gewünschte Kalibriergruppe und öffnen Sie diese. Für Tintenstrahldrucker arbeiten Sie mit Kalibriergruppen der Kategorie "Inkjet".
3. Klicken Sie auf "Neu".
Neben "Multilevel" tragen Sie die Anzahl der verschiedenen Tropfengrößen ein, die bei der Kalibrierung berücksichtigt werden sollen.
Geöffneter Kalibrierdatensatz für Tintenstrahldruck
Das Register "Kalibrierung" entspricht der normalen Ansicht eines geöffneten Kalibrierdatensatzes für den Offsetdruck.
Die Kalibrierdatensätze für den Tintenstrahldruck werden zusätzlich in folgenden drei Registern parametriert:
Register "Tropfenkodierung"
Für jede Tropfengröße in der Spalte "Stufe" wird ein Wert eingegeben, der den Grauwert in der Ausgabedatei definiert. Die Anzahl der Tropfengrößen bzw. Stufen sowie die Kodierung ist maschinenabhängig und muss in Einzelfall ermittelt werden. Üblicherweise liegt eine 8-Bit-Kodierung vor. Die kleinste Tropfengröße hat den kleinsten Wert, die größte Tropfengröße den größten Wert.
Die Option "Farbabhängige Tropfenkodierung" erlaubt es, für jede Farbe die Tropfengrößen unterschiedlich zu kodieren.
Register "Multilevel Konfiguration"
Hier werden die Eigenschaften der Multilevel Raster hinsichtlich der Verteilung der Tröpfchengrößen zu den einzelnen Eingangstonwerten festgelegt. Die benötigten Parameterwerte werden auf der Basis des verwendeten Inkjet-Gerätetyps automatisch ausgewählt. Eine manuelle Auswahl der Werte ist in der Regel nicht erforderlich und sollte, wenn notwendig, nur durch einen Techniker der Heidelberger Druckmaschinen AG erfolgen.
Grafik: Sie können mit dem Schieberegler den Eingangstonwert zwischen 0% und 100% einstellen. In der dynamischen Säulen-Grafik sehen Sie für jeden Tonwert, wie häufig jede der zur Verfügung stehenden Tropfengrößen verwendet wird.
Zum Beispiel "0" bedeutet die Häufigkeit "0", d. h. diese Tropfengröße wird bei dem gewählten Tonwert nicht verwendet, "100" bedeutet, die Tropfengröße wird maximal häufig verwendet.
Register "Tintenbegrenzung"
Die vollflächige Bedeckung des Bedruckstoffs mit dem größten Tropfen einer Farbe führt häufig zu einer zu großen Tintenmenge im Vollton. Die Tintenbegrenzung dient zur Reduktion dieser Tintenmenge.
Der Wert für die Tintenbegrenzung einer Farbe legt den maximalen Rastertonwert für diese Farbe fest. Wird beispielsweise für die Tintenbegrenzung 80% gewählt, so wird für einen Eingangstonwert von 100%, also für den Vollton, ein Rastertonwert von 80% erzeugt. Die Eingangstonwerte (0 bis 100) werden linear auf den begrenzten Bereich (0 bis 80) abgebildet.
Der Wert für die Tintenbegrenzung sollte so gewählt werden, dass für den maximalen Rastertonwert im Druck auf dem Bedruckstoff eine Vollfläche entsteht. Im Beispiel würde der Rastertonwert 80% immer noch zu einer vollständigen Bedeckung des Bedruckstoffs mit Tinte führen und es wären noch keine Löcher sichtbar.