Wichtige Begriffe im Zusammenhang erläutert
Begriffe zum Thema Kalibrierdaten
Gerät / Gerätetyp
• "Gerät": Ausgabegerät eines Prinect Renderers. Es kann ein physikalischer Belichter oder ein TIFF-B-Gerät sein.
• Gerätetyp: Jedem Gerät ist ein Gerätetyp zugeordnet. Diese Zuordnung wird an den Calibration Manager kommuniziert.
Die Gerätetypen können wie folgt angezeigt werden: Prinect Server + Renderer: "Administration > PrePress-Geräte".
Einer Kalibriergruppe wird immer genau ein Gerät zugeordnet, indem Sie bei der Erstellung einer Kalibriergruppe das Gerät auswählen. Mit dem Gerät ist der Gerätetyp automatisch festgelegt.
• Prinect Server + Renderer: In der ImpositionOutput-Sequenz zu einem Gerät steht eine Auswahl von Kalibriergruppen zur Verfügung. Diese Auswahl enthält nur Kalibriergruppen, die den gleichen Gerätetyp haben wie das Gerät der ImpositionOutput-Sequenz. Ferner sind nur Kalibriergruppen auswählbar, die zumindest einen aktivierten Kalibrierdatensatz enthalten.
Es gibt folgende Gerätetypen:
• Typ für konkreten Belichter, z. B. Suprasetter
• Typ "TiffB-Export": Ausgabe von TiffB Daten
• Typ "Generisch": für das Gerät "Generisch"; alle Kalibriergruppen mit Gerätetyp "Generisch" werden in allen ImpositionOutput-Sequenzen zur Auswahl angeboten, sofern sie mindestens einen aktivierten Kalibrierdatensatz enthalten.
Dies ist sinnvoll, wenn Sie Geräte mit verschiedenen Gerätetypen haben, für die aber die gleiche Kalibrierung verwendet werden soll, z. B. verschiedene Typen des Suprasetters.
Beispiel für eine Auswahl der Kalibriergruppen in einer ImpositionOutput-Sequenz:
Geräte und Gerätetypen im Calibration Manager | Auswahl der Kalibriergruppen |
|---|---|
Kalibriergruppe 1 Gerät = Suprasetter 1 Gerätetyp = Suprasetter | Auswahl für Suprasetter 1: Kalibriergruppe 1 Kalibriergruppe 2 Kalibriergruppe 4 Auswahl für Suprasetter 2: Kalibriergruppe 1 Kalibriergruppe 2 Kalibriergruppe 4 Auswahl für TiffB Export: Kalibriergruppe 3 Kalibriergruppe 4 |
Kalibriergruppe 2 Gerät = Suprasetter 2 Gerätetyp = Suprasetter | |
Kalibriergruppe 3 Gerät = Tiff-B Export Device Gerätetyp = TiffB Export | |
Kalibriergruppe 4 Gerät = Generisch Gerätetyp = Generisch |
Kalibriergruppe
Jeder Kalibriergruppe ist ein bestimmtes Gerät und damit zugleich ein Gerätetyp zugeordnet. Dies geschieht bei der Erstellung der Gruppe. Alle Kalibrierdatensätze in einer Kalibriergruppe sind somit auch diesem Gerät zugeordnet.
Zwecks Kalibrierung wird die Kalibriergruppe dann bei der Erstellung einer ImpositionOutput-Sequenz ausgewählt.
Kalibrierdatensatz
• Ein Kalibrierdatensatz der Prozesskalibrierung enthält für jede Farbe, für die er erstellt wurde, bis zu drei Messwertkurven sowie unter Berücksichtigung der Prozesskurven daraus berechnete Kalibrierkurven. Die Menge der Farben sowie zahlreiche weitere Kalibrierparameter (Raster, Prozesskurvensatz, Druckparameter usw.) werden bei der Erstellung des Datensatzes festgelegt.
• Ein Kalibrierdatensatz der Linearisierung enthält jeweils eine Messwertkurve und eine Kalibrierkurve für eine Menge von Winkeln des Rastersystems.
Kategorie
Es gibt 3 Kategorien von Kalibriergruppen.
Die Auswahl der Kategorie gibt an, welche Druckparameter (maximal 3: Bedrucksoffsorte, Druckmaschine, Farbserie) für die Kalibrierung Bedeutung haben und somit an der Oberfläche zur Parametrierung angeboten werden (bei der Erzeugung eines Kalibrierdatensatzes, siehe Abschnitt "Kalibrierdatensatz neu erzeugen (Prozesskalibrierung)").
Kategorie 1 bis 3 | Druckparameter |
|---|---|
CtF, CtP | Bedruckstoffsorte, Druckmaschine, Farbserie |
Direct-Imaging Druckmaschine (DI) | Bedruckstoffsorte, Farbserie |
Rasterproofer | Bedruckstoffsorte |
Medium (=Plattenmaterial bzw. Filmmaterial)
Das Medium wird bei der Erstellung eines Kalibrierdatensatzes ausgewählt. Da eine Kalibriergruppe an ein bestimmtes Gerät gekoppelt ist, ist die Menge der zur Verfügung stehenden Medien bei der Erstellung des Datensatzes durch das Gerät vorgegeben.
Für folgende 3 Gerätetypen stehen die Medien wie folgt zur Auswahl:
Gerät / Gerätetyp | Medium |
|---|---|
Gerät = konkreter Belichter. | Alle Plattenmaterialien, die das Gerät zur Verfügung stellt, stehen bei der Auswahl des Mediums zur Verfügung. |
Gerät = "Tiff-B Export Device" | Das Medium ist immer "Default". Im Tiff-B-Daten-Workflow erfolgt die Auswahl des Plattenmaterials am Prinect Shooter. |
Gerät "Generisch" Gerätetyp = "Generisch" | Das Medium ist immer "Default". |
Wenn das Medium "Default" ist, möchten Sie i. d. R., dass der Kalibrierdatensatz für alle vorhandenen Medien zur Verfügung steht. Um das zu erreichen, können Sie nach der Erstellung des Kalibrierdatensatzes seine Gültigkeit auf alle Medien wie folgt ausweiten:
1. Klicken Sie auf "Prozesskalibrierung" bzw. "Linearisierung".
2. Öffnen Sie die gewünschte Kalibriergruppe.
3. Selektieren Sie den gewünschten Kalibrierdatensatz.
4. Setzen Sie die Option "Alle Medien".
5. Klicken Sie auf "Übernehmen".
(Siehe auch Abschnitt "Gültigkeitsbereich eines bestehenden Kalibrierdatensatzes erweitern (Prozesskalibrierung)").
Begriffe zum Thema Punktzuwachs
Dichtestatus
Dichtewert
Der Dichtewert ist ein Maß für die Absorption des Lichts durch eine Farbe. Der Dichtewert wird mit einem Densitometer oder Spektralfotometer ermittelt.
Spektralfotometrische Ermittlung: Der Dichtewert wird anhand numerischer Filterkurven aus dem Spektrum errechnet.
Aus dem Dichtewert wird die tatsächliche Flächendeckung errechnet.
Flächendeckungswert
• Geometrischer oder physikalischer Flächendeckungswert:
Dieser Flächendeckungswert resultiert aus der rein geometrischen Rasterpunktgröße in der Rasterzelle. Berücksichtigt ist nur der prozessbedingte Punktzuwachs, der sich ausschließlich auf die geometrische Punktgröße auswirkt.
Der optische Punktzuwachs fließt hier nicht ein.
• Tatsächlicher Flächendeckungswert:
Dieser Wert ergibt sich sowohl aus dem prozessbedingten Punktzuwachs als auch dem optischen Punktzuwachs.
Der tatsächliche Flächendeckungswert spiegelt den mit dem Auge tatsächlich wahrnehmbaren Ausgangstonwert auf dem Bedruckstoff wider.
Messung: Der Dichtewert wird mit einem Densitometer gemessen. Aus dem Dichtewert wird die tatsächliche Flächendeckung errechnet.
Messkurve (Ist-Kurve)
x-Achse = Nominalwerte
y-Achse = Messwerte
y-Achse = Messwerte
Messkurve siehe hier
"Messwert" ("Messung%")
Hierzu könnte man auch tatsächlicher Ausgangstonwert oder tatsächliche (densitometrische) Flächendeckung sagen.
• Prozesskalibrierung: Nach dem Druck wird der tatsächlich entstandene Tonwert gemessen. Die Messung erfolgt auf dem Bedruckstoff mit einem Densitometer.
Das Densitometer misst, wieviel Licht in einem bestimmten Wellenlängenbereich eine Farbe aufnimmt, d. h. die Absorption. Maß für die Absorption ist der Dichtewert. Der Dichtewert wird in einen Flächendeckungswert umgerechnet. Der tatsächliche Flächendeckungswert ist der gemessene und näherungsweise mit dem Auge tatsächlich wahrnehmbare Ausgangstonwert.
• Linearisierung: Nach der Platten- bzw. Filmausgabe erfolgt die Messung auf der Platte mit einem Plattenmessgerät bzw. auf dem Film mit einem Durchsicht-Densitometer.
Der Unterschied zwischen Nominalwert und Messwert kommt durch den prozessbedingten und den optischen Punktzuwachs zustande (s. o.).
"Nominalwert" ("Nominal%")
Hierzu könnte man auch Eingangstonwert sagen.
In den Auftragsdaten befinden sich Tonwertangaben, anhand derer gerastert wird. Die Größe eines Rasterpunktes ist als Eingangswert eine rein geometrische Größe. D. h. ein Nominalwert von 50% ist ein Tonwert von 50%, bei dem 50% einer Rasterzelle bedeckt, d. h. bedruckt sind.
Der Nominalwert ist der x-Achsenwert in der Prozess- und Messkurve (siehe hier).
Prozesskurve / Prozesskurvensatz
x-Achse = Nominalwerte
y-Achse = Prozesswerte
y-Achse = Prozesswerte
Prozesskurve siehe hier.
Ein Prozesskurvensatz liefert die Prozesskurven für einen bestimmten Farbensatz.
Die Prozesskurvensätze finden Sie als Ressource in "Administration > Prozesskurvensätze" (weitere Erläuterungen siehe hier).
"Prozesswert" ("Prozess%")
Hierzu könnte man auch gewünschter Ausgangstonwert oder Zieltonwert sagen.
Man weiß, dass gegenüber dem Eingangstonwert oder Nominalwert ein Punktzuwachs erfolgen wird. Man definiert einen Idealwert oder Zielwert für diesen Punktzuwachs. Der Prozesswert besagt, wie groß man sich den Ausgangstonwert idealerweise vorstellt.
Im Druck ergibt sich dann i. d. R. eine Abweichung zwischen Prozesswert und Messwert. Durch Kalibrierung werden die Eingangstonwerte vor dem Rastern dahingehend verändert, dass die Prozesswerte tatsächlich erreicht werden, siehe auch Abschnitt "Prinzip der Kalibrierung anhand der Prozesskalibrierung".
Tonwert
Der Begriff "Tonwert" wird in mehrfachen Bedeutungen verwendet. Als Nominalwert ist der Tonwert eine Eingangsgröße, die die rein physikalische Größe des Rasterpunktes abbildet. Als Messwert oder Prozesswert ist der Tonwert eine Ausgangsgröße für die tatsächliche Flächendeckung.